ZZ-R 600 - Radlager defekt (Fahrtrichtung links)

Radlagerschaden vorn

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Die Tour zum Jeschken ist gerade absolviert, da machte sich zu Beginn einer neuen Tour das vordere Radlager bemerkbar. Wahrscheinlich/vielleicht war das schon auf der Rückfahrt vom Jeschken spürbar – es wird ja nicht über Nacht im Stand defekt gegangen sein, aber bemerkt habe ich es erst einen Tag später. Die Sinne waren wohl frisch geschärft und das Tempo gemäßigter – mehr Chance also die Feinheiten zu spüren, solange noch kein kapitaler Lagerschaden vorliegt und das Symptom gerade im entstehen ist.

Symptom:

  • Singendes Geräusch am Vorderrad
  • Abhängig von Raddrehzahl
  • Unabhängig von Motordrehzahl
  • Unabhängig davon, ob Kupplung gezogen oder nicht
  • Fährt man Schlangenlinie (hin und her schwingen) während man das Geräusch hört, pulsiert das Geräusch synchron zum hin und her der Maschine

Der aktuelle Kilometerstand ist rund 56.250km. Also, Vorderrad ausbauen, dabei auf den Tachoantrieb achten und alle Teile sorgfältig reinigen – es bietet sich an, wenn alles zerlegt vor einem liegt. Die Lager sind mit je einem Wellensicherungsring gesichert – dieser ist also vor dem Wechsel zu entfernen. Nach dem Ausbau des Vorderrades habe ich die Finger in die Lager gesteckt und das Rad angedreht, um das Abrollverhalten spüren zu können. Dabei fiel sofort und deutlich das raue und harkende Abrollverhalten auf – deutliches Zeichen für defekte Lager. Soll-Verhalten für intaktes/neues Lager: Ruhiges Abrollen, ohne Kratzgefühl, sanft und weiches rollen, keine Raststelle, kein Verkippen des Innenrings möglich.

Für den Lagerwechsel selbst wird idealerweise ein Innenauszieher benötigt. Auf rabiate „Bastelmöglichkeiten“ möchte ich hier nicht eingehen 😉 Mangels dieses Innenausziehers lasse ich die Lager in einer Werkstatt umpressen. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Motorradservice Thomas Luck in Dresden.

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2 Kommentare

  1. Danke, jetzt kenne ich wenigstens endlich mal die Symptome. Als meine ZZR diese Laufleistung hatte, fing sie auch an mit kratzen, Rumpeln und Quieken. Eine sehr unruhige Urlaubsreise später stellte sich dann allerdings raus, dass es doch nur der Tachonmitnehmer war.

    Sollte man Radlager eigentlich prophylaktisch austauschen?

    1. Ist mir nicht bewusst, dass es zum prophylaktischen Austausch eine Empfehlung gibt. Man sollte auch bedenken, dass jeder Lagerwechsel mehr oder weniger den Lagersitz in der Nabe schädigt. Dies ist abhängig von der Qualität der Arbeitsausführung. Ist man grobschnitzig dabei (Ausziehen, Auspressen, Raushämmern) und verursacht tiefe Reifen im Lagersitz der Nabe, kann dies beim Einpressen Spanbildung begünstigen und das Lager daran hindern, seinen korrekten Sitz einzunehmen. Dann heißt es wieder: Nacharbeit, Verschleiß am Lagersitz. Sicher, auf üblichen Lagerverschleiß gerechnet und Lebensdauer Motorrad/Felge spielt das kaum eine Rolle. Würde nun jemand jede Saisonpause prophylaktisch das Radlager wechseln wollen, hinterlässt dies sicher Spuren im Lagersitz der Nabe und irgendwann ist ein Austausch der Felge nötig.
      Steht eine Weltreise(!) bevor und der Kilometerzähler zeigt schon 40Tkm und mehr an, dann würde ich das Lager vorsorglich wechseln. Aber wirklich nur dann. Ansonsten ist diese Arbeit Standard in jeder halbwegs gescheiten Werkstatt.

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